Fahrten

Rom

Im Lateinunterricht geht es nicht um das Erlernen einer gesprochenen Sprache, sondern um das Erlernen einer sprachlichen Struktur und deren Übertragung in die Muttersprache. Ein weiterer Schwerpunkt aller lateinischen Lehrwerke und des Unterrichts ist die Auseinandersetzung mit der antiken Kultur der Römer. Ziel unserer Studienfahrten ist es daher, die Denkmäler, die wir aus dem Unterricht kennen, im Original zu sehen, und wo gelänge dies besser als in Rom selbst! Aus diesem Grund unternahm Konrektor Horst Becker im November 1990 mit den Lateinschülerinnen und Lateinschülern des neunten und zehnten Schuljahres die erste Studienfahrt nach Rom. Diese Reisen werden seitdem alle zwei Jahre durchgeführt. Bis zum Jahr 2005 fanden die Fahrten in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Latein der Gesamtschule Busecker Tal statt. So kamen genügend Schülerinnen und Schüler zusammen , um einen Bus zu füllen und den Aufenthalt etwas kostengünstiger zu gestalten. Seit dem Jahr 2001 werden die Fahrten von Frau Devynck-Jungk vorbereitet und durchgeführt.

Die Schülerinnen und Schüler dienen uns in Rom als Reiseführer. In ihren Vorträgen, die benotet werden, erläutern sie uns die einzelnen Orte des Besichtigungsprogramms. Dazu zählen neben den wichtigsten antiken Stätten wie Kolosseum, Forum Romanum, Palatin, Thermen und Pantheon natürlich auch der Petersdom und die Katakomben als Bestandteil des christlichen Rom. Auch bei den Touristen beliebte Plätze wie die Piazza Navona, der Trevibrunnen und die Spanische Treppe gehören in unser Programm. Natürlich muss auch Zeit bleiben zum Bummeln, um auf einer Piazza zu sitzen und das südliche Flair zu genießen.

Roma_2012

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9a und 9b vor dem Kolosseum (12.06.2012)

 

Frankreich (Schüleraustausch)

Schüleraustausch mit dem Collège Nouvion-sur-Meuse vom 29.03. bis 08.04.2011
Bericht mit pädagogischer Wertung

1. Vorbereitung der Begegnung

In diesem Jahr nehmen 20 Schülerinnen und Schüler des Gymnasialzweiges und des Realschulzweiges (Jahrgangsstufen 8 und 9 ) am Austauschprogramm teil.

Alle Teilnehmer stehen seit November 2010 in regelmäßigem Kontakt (Brief, E-mail, Telefon) mit den Austauschpartnern. Die Gruppenbildung seitens des Collège erfolgte für diesen Austausch relativ spät, da es am Collège zu personellen Neubesetzungen kam und die Organisation vor Ort erst geregelt werden musste. Die Vorbereitung erfolgte in der unterrichtlichen Arbeit.

Neben dem landeskundlichen Schwerpunkt und einem allgemeinen Überblick über die einzelnen Programmpunkte (Programm, siehe Anlage) wurden die Schülerinnen und Schüler angeleitet, sich während des Austauschs in einfachen Situationen sprachlich einzubringen. Dazu zählte beispielsweise, dass sie in der Gastfamilie in der Lage sein sollten, über sich und ihre Familie zu sprechen, einfache Tischgespräche zu führen, über ihre Hobbys zu reden, Wertungen vorzunehmen. Die Schüler erhielten den Auftrag, bei Tisch mindestens fünf Äußerungen pro Tag zu tätigen und diese in den Tagesbericht aufzunehmen.

Während des Aufenthaltes sollten die Schülerinnen und Schüler Tagesberichte und einen Aufsatz über das französische Schulsystem schreiben. Vom besuchten Unterricht sollten sie Kurzprotokolle anfertigen. Des Weiteren erhielten sie den Auftrag, ihre Gastfamilie und ihren Austauschpartner auf französisch zu präsentieren und ein Vokabelheft für neue Wörter und Wendungen zu führen.

2. Durchführung der Begegnung

Das von unserer Partnerschule ausgearbeitete Programm ermöglichte den Teilnehmern, weitgehende landeskundliche und sprachliche Kompetenzen zu erwerben. Mit Interesse haben unsere Teilnehmer den Unterricht im Collège aufgenommen. Sie arbeiteten, soweit es in ihren Möglichkeiten stand, mit und wurden mehrfach von den französischen Kollegen gelobt. Außer dem Unterrichtsbesuch organisierte die verantwortliche französische Lehrkraft einen Workshop mit deutsch-französischer Partner- bzw. Gruppenarbeit zur Wortschatzerweiterung und zur Förderung der kommunikativen Kompetenz.

Wie immer stellte die Fahrt nach Paris den Höhepunkt der Begegnung dar und wurde darüber hinaus auch zu einem starken Gemeinschaftserlebnis, da uns die französischen Partner begleiteten. Sie wurden wie gewohnt in alle Aktivitäten einbezogen.

Der Austausch mit dem Collège wurde jetzt zum zweiten Mal im Zusammenhang organisiert. Unsere Schülergruppe verbringt 6 Tage in Frankreich, die Gruppen fuhren gemeinsam nach Allendorf/Lda. wo sich dann der 6-tägige Aufenthalt der französischen Schüler anschloss. Der Austausch in diesem Jahr bedeutete eine kleines Jubiläum, den wir führen seit 25 Jahren ohne Unterbrechung den Austausch mit dem Collège in Nouvion sur Meuse durch. Das Programm in Allendorf sah eine Tagesfahrt nach Eisenach, (Bachhaus, Wartburg, Point Alpha) vor und vermittelt einen Einblick in deutsche Geschichte. Die zweite Tagesfahrt für in die Metropole Frankfurt mit Besuch des Flughafens, Goethehaus, City

3. Auswertung der Begegnung

  • Der Aufenthalt wird unterrichtlich ausgewertet. Dabei führen Schülerinnen und Schüler ein Reisetagebuch.
  • Zur weiteren Korrespondenz (E-mail) mit den Partnern wird angeregt und sprachliche Hilfestellung gegeben.
  • Die interkulturellen Schwerpunkte des Programms werden unterrichtlich aufgearbeitet.
  • Eine Präsentation des Aufenthaltes für Eltern und Schulgemeinde wird vorbereitet.

 

London

 

Buchenwald

Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der Gesamtschule Lumdatal
besuchen das KZ Buchenwald bei Weimar

Seit 1990 organisiert die Gesamtschule Lumdatal die Fahrt der Abschlussklassen zur Gedenkstätte Buchenwald, die in diesem Jahr am 06. Mai 2011 stattfand und an der 79 Schülerinnen und Schüler der Klassen G 10a, R 10b/c und H9 mit ihren Lehrern Harald Deuker, Markus Ewald, Franz Held und Barbara Runge teilnahmen.

Das Konzentrationslager bei Weimar wurde 1937 errichtet und zählte zu den größten Kzs auf deutschem Boden. Von den insgesamt 250 000 Häftlingen überlebten 56 000 die Qualen der Inhaftierung nicht. Mit Kriegsbeginn 1939 wurden zunehmend Menschen aus anderen europäischen Ländern interniert. Als das Lager am 11. April 1945 von den Amerikanern befreit wurde, stießen die Soldaten auf Berge von Leichen. Die SS-Kommandantur hatte die Flucht ergriffen. 1000 Bürger Weimars wurden von den Amerikanern mit den Greueltaten konfrontiert. Keiner wollte etwas gewusst haben.

Mit Ernst und Interesse folgten die Allendorfer Schüler der fast zweistündige Führung durch das Lager, die den vorher gezeigten Film um viele Details bereicherte, wobei auch immer wieder das Leben der Täter auf der anderen Seite des Lagerzaunes thematisiert wurde. Beim anschließenden Besuch des Museums vertieften die Schüler ihre Eindrücke und suchten Antwort auf ihre Fragen. Ihre Äußerungen sprechen für sich:

  • Es ist fürchterlich, wie Menschen, die kaum älter als wir waren, morden konnten, ohne moralische Bedenken zu haben.
  • Ich finde es grausam, dass Menschen als medizinische „Versuchskaninchen“ benutzt wurden.
  • Ich kann nicht verstehen, dass die SS-Angehörigen sich in unmittelbarer Nähe des Lagers mit ihren Familien amüsiert haben.
  • Ich finde es gut, dass es im Lager geheime Organisationen gab, die sich gegen den Terror gewehrt haben.
  • Erst beim Betrachten der Original-Schauplätze wird einem bewusst, wie grausam es für die Inhaftierten gewesen sein muss.
  • Warum haben die Menschen in Weimar geschwiegen und nichts unternommen?
  • Wir sind erschüttert, dass Menschen dazu fähig sind.

Fragen, Gedanken, Überlegungen, die zeigen, mit wie viel Reife und Ernst die Teilnehmer an der Fahrt versuchen, das Thema Buchenwald zu verarbeiten. Kurz darauf wurde bekannt, dass US-Präsident Obama, der am 06. Juni zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten nach Europa reist, am 05.Juni auf seinen Wunsch hin Buchenwald besuchen und in Weimar eine Rede halten wird.

Buchenwald2010

Das Photo zeigt die Schüler vor dem 1958 von der
damaligen DDR-Führung errichteten Mahnmal.

 

Tauplitzalm

Im Fachbereich Sport weiß man, dass die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Lumdatal nicht oft die Gelegenheit haben, Wintersport zu treiben.

Von daher ist es nicht verwunderlich, dass einige Fachkollegen auf die Idee kamen, die verschneite Bergwelt als ideales Betätigungsfeld für sportliche Aktivitäten ins Schulsportprogramm aufzunehmen.

Im Jahre 1985 waren es Ingeborg Marx und Walter Wilhelm, die den ersten Schulskikurs planten und durchführten, und zwar in Admont in Österreich.

Einige Eltern begleiteten damals die Gruppe, sonst wäre eine Finanzierung des Aufenthaltes nur schwer möglich gewesen. Danach trat eine kleine Pause ein, bis dann 1989 auf Initiative von Norbert Schomber ein neuer Anlauf gestartet wurde. Das Echo in der Schülerschaft war überwältigend. Mehr als sechzig Jungen und Mädchen aus den Klassen 5-10 wollten teilnehmen. Letzten Endes waren es dann 53 Teilnehmer, die die Reise nach Österreich auf die Tauplitzalm antraten. Einige Eltern begleiteten uns in privaten Fahrgemeinschaften. Seit diesem „Neubeginn“ konnten jedes Jahr zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Lumdatal vor einer herrlichen Kulisse Wintersport treiben.Schnell stellte sich heraus, dass man mit der Tauplitzalm einen hervorragenden Standort gefunden hatte. Anfänger und Fortgeschrittene kommen gleichermaßen auf ihre Kosten. Die Begegnung mit der winterlichen Bergwelt und ihren Eigenheiten übte einfach einen besonderen Reiz aus. Nicht nur das Erlernen, Wahrnehmen und Erleben des alpinen Schilaufs standen im Mittelpunkt, sondern auch in hohem Maße soziales Lernen. In einer Lerngruppe in den Bergen sind Partnerschaft, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft unerlässlich. Auch die gemeinsamen Aktivitäten nach dem Schikurs, wie Spielabende, Fackelwanderung, Disco usw., zeigten den Kindern, dass man auch ohne Fernsehen und Computerspiele zusammen mit Gleichaltrigen etwas „Cooles“ erleben kann. Die Lage unserer Unterkunft, des Naturfreundehauses, und die Gastfreundschaft, mit der wir dort aufgenommen wurden, haben sicherlich dazu beigetragen, dass diese Schulveranstaltung ein Erfolgsmodell geworden ist.

Mittlerweile hat der Aufenthalt auf der Tauplitzalm seinen festen Platz im Schulprogramm der Gesamtschule Lumdatal. Die Jungen und Mädchen des 6. Schuljahres haben sich als ideale Zielgruppe für dieses Vorhaben erwiesen und können sich im Rahmen ihres Projektes “Schule und Gesundheit” für viel Bewegung im Schnee entscheiden. Darüber hinaus werden die Schülerinnen und Schüler in einer begleitenden AG auf diese außergewöhnliche Woche sportlich (u.a. Skigymnastik, Inliner fahren) als auch inhaltich/organisatorisch gut vorbereitet. Die Leitung hat mittlerweile der Sportlehrer Markus Ewald übernommen.

Tauplitz12
Das Bild zeigt den Schulskikurs auf der Tauplitzalm vom 11.-17.02.2012 vor unserer Unterkunft.